
Bottrop 1888
- Orange/Connecticut 1976
Josef Albers, der bekannte deutsche Kunstpädagoge, Maler und Kunsthistoriker, wird am 19. März 1888 in Bottrop geboren. Er studiert Kunst in Berlin, Essen
und München, bevor er 1920 in das Weimarer Bauhaus eintritt. Dort nimmt er eine Lehrtätigkeit auf. 1923 wird er mit der Leitung der Werkstatt für Glasmalerei betraut, woraufhin eine überaus erfolgreiche Karriere als Kunstpädagoge für ihn beginnt. Neben Glasbildern entstehen im folgenden Jahrzehnt
auch zahlreiche Entwürfe für Möbel, Glaskonstruktionen und Metallgeräte. Farbe
spielt in dieser Zeit für Josef Albers kaum eine Rolle. Der Künstler schafft,
wohl angeregt durch Theo van Doesburg ("De Stijl"), sachlich klare, von
der Natur unabhängige Ordnungen. Ein wesentliches Kontinuum in Albers'
Werk sind einzelne Themen und Sujets, die dabei immer wieder variiert
werden.
Nachdem das Bauhaus 1933 durch die Nationalsozialisten geschlossen
wird, siedelt Albers in die Vereinigten Staaten über. Er geht an das Black Mountain College in Ashville. Im Jahr 1958 erhält Albers seine
Emeritierung als Direktor der Kunstschule des Institute of Fine Arts
der Universität Yale. Damit endet seine Tätigkeit als Kunstpädagoge.
Die Übersiedlung in die Vereinigten Staaten markiert gleichzeitig eine neue Periode im Schaffen des Künstlers: Von nun an experimentiert Josef Albers mit linearen Formen, die die Sicherheit geometrischer Ordnungen
durchbrechen. Dabei bezieht er nun auch die Farbe in seine
Kompositionen mit ein. Sein "geometrischer Surrealismus" (Werner Spies)
fordert die sinnliche Wahrnehmung des Betrachters heraus, der als
Individuum das Kunstwerk miterleben und immer wieder neu erschaffen
soll.
In seinen Serien wie "Homage to the Square" geht es um die Interaktion
der Farben, die durch bloße Gegenüberstellungen ihre Wirkung unendlich
verändern können. Josef Albers war sowohl als Lehrer, wie auch als
Künstler wegweisend für eine ganze Generation amerikanischer Künstler.
Kunstrichtungen wie Op-Art, kinetische Kunst, Colorfield Painting und
neue Abstraktion sind von seinem Schaffen beeinflusst. Mit der
Ausstellung "The Responsive Eye" im Museum of Modern Art, New York
wurde Albers auch als Künstler international bekannt. Er erhält
zahlreiche Ehrungen, darunter insgesamt vierzehn Mal die Ehrendoktorwürde. 1968 erhält Josef Albers auch das Große Verdienstkreuz "Pour le Mérite".